Markus Hübner - Fotografie
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16.05.2020: Roggen und Corona.
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16.05.2020: Roggen und Corona.

Ich muss schon sagen, dass ich erst einmal eine Suchmaschine anwerfen musste um sagen zu können, welche Art von Getreide ich da vor mir hatte. Eigentlich peinlich, aber ist halt so. Und weil ich glaube, dass ich vermutlich nicht der einzige bin: Hafer hat keine Ähren sondern die Körner wachsen einzeln, Weizen hat keine Grannen, bei Gerste sind lange Grannen zu sehen, die wie ein struppiger Besen abstehen und bei Roggen sind gleich lange, enger anliegende Grannen zu sehen. Also sollte das hier ein Roggenfeld sein. Wieder was gelernt!

Und ein Beispiel dafür, wie weit - ich erlaube mir mal von "wir" zu reden, stellvertretend für eine Gruppe der Bevölkerung mit mir unbekannter Anzahl n (mindestens 1, denn ich zähle mich dazu) - wir von den Grundlagen unseres täglichen Lebens weg sind. Die Landwirtschaft als Grundpfeiler unserer Versorgung ist zwar allerorten zu sehen, aber so wirklich Berührung damit außer sehen und manchmal riechen haben wir nicht. Wer backt schon sein Brot selbst, mahlt dafür auch das Mehl und baut auch noch konsequenterweise selbst Getreide an? - Wohl die wenigsten. Aber dennoch maßen es sich viele an, die Landwirte durch die Gülle zu ziehen ohne wirklich genau zu wissen wovon sie reden. Ja, sicher, es gibt garantiert Dinge die zu verbessern sind. Aber jeder sollte sich davor hüten einfach auf populistische Züge aufzuspringen, wenn mal wieder "Landwirtbashing" angesagt ist, ohne sich eingehend mit der Thematik beschäftigt zu haben. Ja, man darf eine Meinung haben. Aber je lauter sie kundgetan wird, umso fester sollte das Fundament an Wissen sein auf der sie fußt. Nur scheint mir das in vielen Fällen auf Sand gebaut zu sein.

Sieht man aber auch nicht nur beim Thema Landwirtschaft - Paradebeispiel im Moment ist da selbstredend Corona. Was da an Meinung kundgetan wird - drei YouTube-Videos gesehen und schon meint eine nicht unerhebliche Zahl an Mitmenschen, sie wüssten es besser als Leute, die seit Jahrzehnten auf dem Gebiet forschen oder anderweitig tätig sind. Aber noch schlimmer sind diejenigen, die von Fachleuten veröffentlichte Ergebnisse direkt als Verschwörungstheorie abtun und nur Informationen aus dem "Untergrund" als einzig mögliche Wahrheit ansehen oder - noch schlimmer - gleich das ach so einschränkende Tragen einer Maske als ultimative Einschränkung persönlicher Freiheit ansehen und dann auch noch mit der 3.-Reich-Keule um sich schlagen.

Ist das wirklich Roggen? Meine schon. Aber wenn ein Landwirt mir jetzt sagt: Nein, das ist was anderes, glaube ich dann ihm oder meinen Suchmaschinentreffern? - Kann jeder selbst entscheiden.

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