Zugegeben, ich bin mehr Nachteule statt früher Vogel. Daher kommt es bei mir eher selten vor, dass ich im Morgengrauen unterwegs bin. Noch seltener, dass es vor den ersten Sonnenstrahlen ist. Am 21.10.2025 war es dann aber doch so. Um fünf Uhr morgens ging es los mit dem Auto und ab etwa halb sechs dann an den Aufstieg vom Parkplatz in Pfaffendorf auf den Pfaffenstein, um der "Barbarine" einen Besuch abzustatten. Nein, die Barbarine ist keine Dame aus Fleisch und Blut - sie ist aus Stein und der wohl bekannteste freistehende Fels im deutschen Teil des Elbsandsteingebirges. An der Talseite ist sie fast 43 Meter hoch und gilt als das Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz.
Wie ich dazu kam? Nun, ich wollte schon seit Jahren mal im Herbst ein paar Tage in dieser Region verbringen. Die typischen Herbstlaub- und Felsenfotos fand und finde ich einfach super schön und das mal mit eigenen Augen zu sehen - hat mir dann ein Geburtstagsgeschenk meiner Frau ermöglicht. Vermutlich hab ich ihr einfach zu lange die Ohren vollgeheult... und so engagierte sie Daniel Günther von Creative-Light um das Gejammer abzustellen. Neben der Portraitfotografie sind Fotoreisen in Deutschland, Europa und darüber hinaus Daniels Steckenpferd. Die Sächsische Schweiz ist praktisch Westentasche und sein Know How in punkto Fotoplanung mit Sonnenstand, Taupunkt, Wettervorhersage und weiteren Aspekten aufzusaugen, war ziemlich erhellend. Ich bin ja vornehmlich spontan und ungeplant in der Natur unterwegs. Erkennt man schon alleine daran, dass bei Daniel fast kein Landschaftsfoto ohne Stativ entsteht und bei mir - nunja, das Gegenteil halt. Zumindest bis zu dieser Reise...
Also wuchtete ich mich mit jeder Menge Fotozeug mit Daniel und Robby, einem weiteren Fotokollegen, Höhenmeter um Höhenmeter durch die Dunkelheit. Mit Stirnlampe über Stock und Stein, Eisenleitern rauf und durch Felsspalten hindurch auf einen der ausgesetzten Felsen an der Barbarine. Blick gen Osten und Tschechei, warteten wir im Stockdusteren auf die ersten Sonnenstrahlen des Tages.
Der Wind meinte ordentlich wehen zu müssen und bei gerade so eben noch maßvoller Distanz zum Abgrund war die Angelegenheit so spannend, dass keiner mehr eines Kaffees bedurfte um wach zu bleiben. Bei der Bildkomposition nicht über die ungewohnten Stativbeine und die eigenen zu stolpern war das eine. Bei den zwischendurch schubsenden Böen dann auch noch Langzeit-Belichtungsserien anzufertigen, war dann das andere. Ich fand mich so auch fast die ganze Zeit in leicht gebeugter Position wieder, bei der eigentlich nur noch Ski unter den Füßen fehlten.
Ein Sonnenstrahlenhimmelsfeuerwerk war uns zwar nicht vergönnt, aber ein atemberaubender Ausblick war es dennoch, als die Sonne für eine kurze Zeit fast den ganzen Horizont aufglühen ließ. Dieser Moment ist auf dem Foto festgehalten.
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