Da war ich dann auch dabei. Spontan nach dem Motto "Ach, heute ist ja Sonnenfinsternis!".
Nachdem meine zaghaft vorgetragene Frage bei diversen Optikern nach einer Sonnenfinsternis-Brille erwartbar mitleidig und dezent seufzend mit "Nein." beantwortet wurde, hieß es dann als erstes: Projekt indirekte Beobachtung. Also Lochkamera bauen. So knapp drei Stunden vor dem Ereignis. Es wurde dann aber doch kein Bastelprojekt mit meiner Tochter, sondern ein gemeinsamer Ausflug in die Vintage-Ecke meiner Fotoausrüstung: 400mm Festbrennweite kombiniert mit einem 2fach Telekonverter ergaben ordentliche 800mm und nachdem ich ein Stück Papier auf die Filmebene der betagten Leica R3 geklebt hatte, konnte man wunderbar die Sonne beobachten.
Damit sind natürlich nicht die Fotos hier entstanden. Ich war anfangs unschlüssig, weil man mit Bildern direkt in die Sonne auch mal schnell seinen Bildsensor schrotten kann. Sonnenuntergänge sind was anderes, da die Intensität des Lichts bei weitem nicht so hoch ist. Selbst eine deutlich vom Mond abgedeckte Sonne hat mehr "Kraft". Ich hatte noch nie direkte Fotos der Sonne gemacht aber ich war schließlich super früh dran um mich vernünftig vorzubereiten - hüstel. Also etwas länger überlegt und dann entschieden: das Ereignis kommt so schnell nicht wieder und Kameras sind ersetzbar. Meine alte, aber durchaus geliebte Canon EOS M5 wurde auserkoren. Als "Schutzbrille" kombinierte ich drei ND-Filter um den Lichteinfall um 19 Blendenstufen zu reduzieren (Fragezeichen über Deinem Kopf? Schau mal in mein Buch "Fotografieren ohne Nervenzusammenbruch").
Campingstühle gepackt, Stative unter den Arm geklemmt und Kameras um den Hals geschwungen. Meine Frau und Tochter kamen auch mit zu einem Feld in Metzkausen. Die Sonne sollte dort lange genug sichtbar sein und hinter einer Baumgruppe untergehen. Wir machten es uns gemütlich, die "Vintage-Bazooka" R3 sorgte für einige Fragen von anderen Zuschauern. Nein, ist kein Blitzer...
Es ging los um kurz vor halb acht. Als erstes sichtbar auf dem unscheinbaren Stück Papier in der R3. Faszinierend, schon jetzt bei diesem Hauch von Pacman. Ich wartete und machte die eine oder andere Testaufnahme - es stieg kein Rauch vom Bildsensor auf. Also noch etwas warten, bis dann um 20:12 Uhr etwa der Höhepunkt erreicht war und sich bei einer Abdeckung der Sonne von etwa 88% tatsächlich eine unwirkliche Stimmung ausbreitete, als sich die Verdunkelung deutlich um einen herum bemerkbar machte. Schon wie bei den Polarlichtern schwankte ich zwischen einfach nur Zuschauen und den Moment aufsaugen oder eben halt Fotos machen. Die Waage kippte zu letzterem und so sind ein paar passable Aufnahmen entstanden.
Ich habe ja nun etwas Zeit um mich auf die nächste Sonnenfinsternis vorzubereiten. In den heimatlichen Gefilden ist es am 2. August 2027 wieder soweit, allerdings ist die Abdeckung dann mit nur etwa 30 bis 60% deutlich geringer. Es kommt der Gedanke auf, eine Reise nach Spanien zu buchen...
| Body und Objektiv | Canon EOS M5Tamron SP 70-300mm F4-5.6 Di VC USD |
|---|---|
| Aufnahmedaten | ISO a) 100 b) 100 c) 100a) 1/15s b) 8s c) 1/5s(full-frame equiv.) a) 480mm b) 112mm c) 480mma) F11 b) F11 c) F6.3 |
| Kompensation | +/-0 EVkein BlitzStativ |
| Bildbearbeitung | DxO Photolab 8 |
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